Metall
hart, zäh, fest, flexibel, dehnbar, steif, federnd, filigran, monumental.
Kein Werkstoff lässt sich so leicht, vielfältig und kostengünstig verarbeiten wie Stahl. Man kann ihn schweißen, sägen, bohren, ziehen, gießen, walzen oder schmieden. Seine über 2000 verschiedenen Sorten, unterscheidbar durch ihre Legierungselemente, sind je nach Bedarf hart, zäh, fest, flexibel, dehnbar, steif, federnd, filigran oder monumental – kurzum jeder nur vorstellbaren Aufgabe gewachsen. Ob als hochfestes Karosseriebauteil, mit optimaler Unfallsicherheit und reduziertem Gewicht oder als Elektromagnet mit dem der Large Hadron Collider kurz LHC in Genf den Urknall zu simulieren vermag – Stahl erledigt den Job und das schon seit über 3000 Jahren.
So präzise, funktional und effizient Stahl in der Industrie seinen Einsatz findet, so einzigartig ist die Ästhetik seiner monumentalen Schroffheit. Das Spiel, der sich immerzu wandelnden Oberflächen, das Gewicht und die Kraft dieses archaischen Materials machen es zu einem Werkstoff, dem sich nicht zuletzt der amerikanische Künstler Richard Serra gänzlich verschrieben zu haben scheint. Der US-Amerikaner erkor Stahl 1970 zu „seinem“ Werkstoff, sowohl geschmiedet als auch mit schützendem „CorTen“ überzogen.
Aus vertikal gestellten Platten, Rohren und auch Walzen schafft Serra kühne, Aufsehen erregende Balanceakte tonnenschwer und viele Meter hoch, so kombiniert, dass sich die Elemente durch ihre bloße Anordnung im Gleichgewicht halten. Raumgreifende Werke, die verunsichern, provozieren und zum Nachdenken anregen.
Das künstlerische Streben, etwas zu bewegen, Bestehendes zur Diskussion zu stellen – Richard Serra gelingt dies immer wieder.